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Fakten zum Thema Internettelefonie (VoIP):
Aktuelle Umfragen zeigen einen hohen Bekanntheitsgrad der neuen Telefonie. Ist jedoch alles Gold was glänzt? Wo liegen die Tücken? Gibt es Fallstricke?
Ich möchte Ihnen hier die Möglichkeit geben die Technik selbst zu beurteilen.
- Preisvorteil: Je nach persönlichem Gesprächsaufkommen lassen sich durch einen VoIP-Tarif deutlich Kosten reduzieren. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß die angebotenen Flatrates für IP-Telefonie nur für Privatanschlüsse gelten. Der Gewerbetreibende zahlt in der Regel 1 ct/Min. in das deutsche Festnetz. Ausgenommen sind Sonderrufnummern ( z.B. 0180, 0190 usw.), Auslandsgespräche und Telefonate in die Handynetze. Gute VoIP-Telefonanlagen lassen sich insbesondere was die Handy-Telefonie betrifft optimieren. Dies erfordert jedoch Spezialkenntnisse zur Konfiguration und den möglichen Tarifen. Im Vergleich zu klassischen Telefonieanbietern, die einen 3 bis 5-fach höheren Minutenpreis verlangen ist also der Preis o.k.. Jedoch muß berücksichtigt werden, daß zusätzlich zur normalen Telefon-Grundgebühr noch die Kosten für DSL und einen Provider entstehen. Wer bisher bereits DSL nutzt kommt in der Kalkulation besser weg. Von besonderem Interesse sind die VoIP-Tarife für Firmen mit verteilten Standorten. Gespräche, die innerhalb eines Providernetzes geführt werden sind üblicherweise kostenlos. Wie so oft im Leben sollte man im Einzelfall genau nachrechnen.
- Plug & Play: Anschließen... und funktioniert. Diese Aussage stimmt nur bedingt. In dem Auslieferungzustand der Modems sind natürlich noch keine Rufnummern eingetragen, so daß telefonieren zwar möglich ist, jedoch nur wir gewohnt über das Festnetz. Ich hatte bereits mehrere enttäuschte Do-It-Yourself Kunden, die in gutem Glauben über das Internet telefonierten und letztendlich von der Telekom abgerechnet wurden. Fachliche Hilfe ist auch hier unbedingt anzuraten.
- Internettelefonie ohne PC: Diese Werbungsaussage ist grundsätzlich richtig. Jedoch wird zur Einrichtung und Wartung ein PC (Laptop des betreuenden VoIP-Dienstleisters) benötigt.
- ISDN-Komfort mit analogem Telefonanschluß: Grundsätzlich läßt sich sagen, daß die Qualität und die Zahl der gleichzeitig zu führenden Gespräche nur noch von der DSL- Verbindung abhängt. Es wird in der Werbung versprochen bis zu 4 gleichzeitige Gespräche führen zu können. Dies ist, abhängig von den verwendeten Modems, nur eingeschränkt möglich und erfordert einen 3 MBit/s Zugang. Schwachpunkt ist hierbei die ADSL-Technik, die nur einen langsamen Upload von Daten ermöglicht. In der Zukunft werden hierbei die Übertragungsgeschwindigkeiten deutlich erhöht (6 MBit/s und mehr). Ein einfaches Telefonat verursacht sowohl im Up- als auch im Downstream einen Datenverkehr von ca. 80 kBit/s. Ein 2 Mbit/s Zugang kann mit seinem 192 kBit/s Upstream problemlos zwei gleichzeitige Gespräche bewältigen.
- Sprachqualität wie ISDN: Im Prinzip ja.... aber. Die Sprachqualität ist bei VoIP von der zur Verfügung gestellten Daten-Bandbreite abhängig. Die Zugänge (z.B. 2 MBit/s) sind maximal erreichbare Werte und können von keinem Provider auf Dauer garantiert werden. Bei fehlender Bandbreite werden die Sprachdaten zusätzlich komprimiert, was einen schlechteren Klang zur Folge hat. Ein weiteres Problem sind auftretende Echogeräusche. Diese können sowohl beim Anrufer als auch beim Angerufenen auftreten. Sie sind sproradisch und werden zumeist als nicht kritisch toleriert.
Fazit und Zukunft: An der Internettelefonie kommt in der Zukunft keiner mehr vorbei. Es wird mit Hochdruck daran gearbeitet die Kopplung vom Telefonanschluß und der DSL-Leitung zu trennen. Dann entfällt auch die Telefongrundgebühr. Problematisch ist zur Zeit auch noch das Absetzen von Notrufen (110 oder 112). Hier gibt es noch keine befriedigende Lösung für eine Wohnortnahe Alarmierung. Als möglicher Zusatznutzen ergibt sich die Bildtelefonie. Was bisher über ISDN nur teuer und unbefriedigend realisiert wurde läßt sichjetzt schon mit einer billigen WebCam besser durchführen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis am Markt Standalone Telefone mit eingebauter Kamera lieferbar sind.
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